Institut Findergarten

Beratung Coaching Supervision

 
Offenes Erkennen, echte Beziehungen und sinnhafte Vorstellungen 
sind der Kern gelingenden Lebens.  

Dr. Kilian Hennes
über das Semiotische Lösungsraummodell 

 

Theoretisches zur Lösungskonstruktion

Wie funktionieren gute Arbeit oder Qualität im Alltag? Zur Betrachtung dieser Frage gibt es zahllose Theorien, Modelle und Ansätze. Unser systemischer und praxisorientierter Beratungsansatz bezieht vor dem Hintergrund des jeweiligen Erfahrungshorizonts sowie gesellschaftlicher und technischer Normen die sozialen Systeme von Gruppen und Organisationen in die Beratung mit ein. Im privaten und beruflichen Alltag gibt es nun häufig Fragen oder Differenzen darüber, was "wirklich" und damit richtig sei. 


Zur Klärung sinnhafter Handlungsoptionen bevorzugen wir anstelle eines mechanistischen Modells (mit Teilen, die in Beziehung stehen) ein systemisch-konstruktivistisches Modell, das drei Dimensionen gleichermaßen würdigt. Dabei hat die individuelle Realisierung, dass sich unsere Vorstellungen der Zusammenhänge von den Zusammenhängen kategorisch unterscheiden große Bedeutung. Und Wirklichkeit zeigt sich als Kontrast zu allem, was eine Person oder eine Gruppe ausblendet. Wirklichkeit offenbart sich also in drei Dimensionen, je nach dem wie wir


1. beobachtend realisieren, dabei

2. erklärend Bezüge einblenden und

3. bewertend mit Vorstellungen abgleichen.


Anders formuliert offenbart sich also unserer Sein stets daraus neu, wie stückhaft unser Erkennen ist, wo wir anderen am Nächsten sind und wes Geistes Kind wir sind. Schon die Fokussierung auf bestimmte Erklärungen und Bewertungen beeinflusst das was wir realisieren und wie wir anschließend handeln. So entstehen unsere persönliche Wahrnehmung und unsere Wirklichkeit. Darüber hinaus kann, in jeder Dimension dieser Dreifaltigkeit aus beobachtendem Realisieren, wechselwirkenden Bezügen und geistigen Gebilden je nach Fokusweitung oder Fokusverengung ein Fließen von Komplexitätsgraden wahrenommen werden, das aber in der Zeit zu den individuell gewohnten Tiefenschärfen der Wahrnehmung tendiert. Das Einnehmen einer bestimmten Beobachtungsebene, die Weite des Bezugserlebens und der Differenzierungsgrad unserer Vorstellungen und Normen machen erst erlebte Wirklichkeiten aus. Dabei tauchen im Raum der möglichen Wirklichkeitskonstruktionen verschiedene Sichtweisen und Empfindungen wie Angst, Wut, Trauer, Freude, Glück auf, je nachdem wie stark in den drei Dimensionen Einfaches mit Vielschichtigem verquickt wird: 

Erkenntnisse der Unterschiede von Beziehungen und Ordnungen (z.B.  Erleben < Beobachtung von Erleben < Einsichten zur Beobachtung < ... )
Vernetzungen im sozialen System von präsenten und abwesenden Personen (z.B.  Einzelpersonen < Team < Organisation < Gesellschaft... )
Differenzierungen gesellschaftlicher oder technologischer Normen und Konstrukte (z.B.  Anforderung < Norm < Regelwerk < Standardisierung ... )

In diesem Lösungsraummodell wird angenommen, dass Sinn durch zukunftsfähige Möglichkeiten (sinnhafte Lösungen) besonders da realisiert werden kann, wo die drei Wirklichkeitsdimensionen soziale Vernetzung, Konstrukt- beziehungsweise Normendifferenzierung und Bewusstsein ausgewogen komplex beziehungsweise ausgewogen schlicht sind. Denn in solchen ausgewogenen Zuständen können die symbolhaften Konstrukte in einer passenden Komplexität ein begriffliches Bewusstsein der real erlebten Bezüge erwecken. Und die Konstrukte stehen für die erlebten Bezüge. Insofern ist das vorgestellte Modell als "Semiotisches Lösungsraummodell" zu bezeichnen. Lösungsorientierte Qualitätsentwicklung oder Good Solution Practice ® ist die agile Erprobung dieses Raumes zukünftiger Lösungen anhand der individuell mobilisierbaren Ressourcen. Um diesen Lösungsraum selbstwirksam zu konstruieren, bieten sich für Einzelne, Teams und Organisationen beispielsweise die Anleitung zur systemischen Reflexion, die Teilnahme an Schulungen in systemischen Szenarien, die Beratung zur Organisationsentwicklung oder auch Achtsamkeitspraktiken an.